Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung

Standardisierungspotenzial im Bereich der arten- und gebietsschutzrechtlichen Prüfung

Auftraggeber:

Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH / Infraserv

Auftragnehmer:

Bosch & Partner GmbH

Aufgabenstellung:

Beurteilung derr FFH-Verträglichkeit einer EBS-Verbrennungsanlage,
Beratung im gerichtlichen Verfahren beim VGH Kassel und beim BVerwG

Bearbeitungszeitraum

Dezember 2009 - September 2014

Die Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst GmbH (T2C) hat auf dem Gelände des Industrieparks Höchst eine Verbrennungsanlage zur Nutzung von Ersatzbrennstoffen (EBS-Verbrennungsanlage) realisiert. Die Errichtung und der Betrieb dieser Anlage wurde vom RP Darmstadt im Rahmen eines immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens genehmigt. Im anschließenden Klageverfahren des BUND wurde die FFH-Verträglichkeit des Vorhabens in Frage gestellt.

Vor diesem Hintergrund wurde die Bosch & Partner GmbH beauftragt, eine nachträgliche gerichtsfeste gutachterliche Beurteilung der FFH-Verträglichkeit durchzuführen. Die FFH-Beurteilung konzentriert sich auf die Einwirkungen durch Stickstoff- und Säuredepositionen in den umliegenden drei FFH-Gebieten „Schwanheimer Düne“, „Schwanheimer Wald“ sowie „Kelsterbacher Wald“. Betroffen sind in diesen Gebieten verschiedene Waldlebensräume, teilweise flechtenreiche Trockenrasen und Heidestandorte auf Binnendünen sowie ein mesotrophes Stillgewässer mit Armleuchteralgen.

Aufgrund der dynamischen Methodenentwicklung auf dem Gebiet der Beurteilung von Stickstoff- und Säureeinträgen in FFH-Gebieten wurde die gutachterliche Beurteilung mehrfach präzisiert und auf eine breitere Basis gestellt. In diesem Zuge wurden von der T2C aktuelle Immissions- und Depositionsprognosen unter Berücksichtigung der nassen und der trockenen Deposition, eine modellhafte Bestimmung von Critical Loads sowie eine Erhebung der Boden- und Vegetationszustände in den betroffenen FFH-Gebieten beauftragt.

Die durchgeführten Beurteilungen wurden sowohl in die laufenden gerichtlichen Verfahren als auch in ein im Jahr 2014 durchgeführtes immissionsschutzrechtliches Änderungsgenehmigungsverfahren eingebracht. Nicht zuletzt aufgrund der hohen fachlichen Qualität der FFH-Beurteilungen konnte die Klage des BUND mit einem Vergleich abgeschlossen werden.