Artenschutzprüfung

Arbeitsbereich Artenschutzprüfung

Mit den Bestimmungen zum Artenschutz in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) sowie der Vogelschutz-Richtlinie (V-RL) hat die EU ein eigenständiges Instrument für den Erhalt geschützter Arten eingeführt. Mit der Umsetzung der Bestimmungen der FFH- und V-RL in das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind somit im Rahmen von Zulassungsverfahren für Pläne und Projekte neben der Eingriffsregelung oder Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung auch die Belange des besonderen Artenschutzes zu berücksichtigen. In der Artenschutzprüfung ist neben der Ermittlung des zu prüfenden Artenspektrums darzulegen, ob die Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG durch den Plan oder das Projekt erfüllt werden. Kann das Eintreten der Verbotstatbestände unter Berücksichtigung von vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen nicht verneint werden, sind die Ausnahmevoraussetzungen nach § 45 Abs. 7 BNatSchG darzulegen.

Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Katrin Wulfert
Tel: +49 2323 94629 24
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Unsere Leistungen und Kompetenzen

Das Team der Bosch & Partner GmbH beschäftigt sich seit Beginn der fachlichen und rechtlichen Auseinandersetzung um den Artenschutz intensiv mit diesem Thema und den daraus entstehenden Aufgaben und Anforderungen im Rahmen von Zulassungsverfahren. Unser Erfahrungsschatz umfasst:

  • das Erstellen von Artenschutzbeiträgen im Rahmen von Zulassungsverfahren mit den folgenden Prüfschritten:

    • Ermittlung des prüfungsrelevanten Artenspektrums
    • Prüfung der Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 BNatSchG
    • Entwicklung und Darstellung von artspezifischen Vermeidungsmaßnahmen sowie der vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen im Sinn des § 44 Abs. 5 BNatSchG
    • Prüfung der Ausnahmevoraussetzungen nach § 45 Abs. 7 BNatSchG incl. der Prüfung zumutbarer Alternativen sowie der Entwicklung von Maßnahmen zur Sicherung des Erhaltungszustandes der Populationen der geschützten Arten

  • erforderliche Kartierungen zur Erfassung der geschützten Arten im Plangebiet,
  • die Verfahrensbegleitung und -beratung,
  • Koordination und Abstimmung der artenschutzrechtlichen Anforderungen und Maßnahmen mit Inhalten aus anderen umwelt- und naturschutzfachlichen Prüfinstrumenten,
  • das Erarbeiten von Arbeitshilfen und Leitfäden sowie die Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Zur Ergänzung unserer eigenen Kompetenzen pflegen wir ein Netzwerk von Partnerunternehmen und Spezialisten, deren faunistisches und vegetationskundliches Spezialwissen je nach Aufgabenstellung in das jeweilige Projekt eingebunden wird. Die Rechts- und Verfahrenssicherheit Ihres Vorhabens gewährleisten unsere Juristen im Netzwerk.

Projektbeispiele zu Artenschutzprüfung

Die Erstellung Artenschutzrechtlicher Prüfungen nehmen wir für verschiedene Planungen und Planungsebenen sowie für unterschiedliche Vorhabentypen vor. Darüber hinaus sind wir bei der Entwicklung von Leitfäden zur Abarbeitung der Artenschutzprüfung beteiligt. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl unserer Projekte:

Entwicklung von Methodiken zur Umsetzung der Eingriffsregelung und artenschutzrechtlicher Regelungen des BNatSchG (Leitfaden Eingriffsregelung) sowie Entwicklung von Darstellungsformen für Landschaftspflegerische Begleitpläne (Musterkarten LBP) im Bundesfernstraßenbau

Erstellung eines Gutachtens sowie eines Leitfadens mit Musterkarten zur Abarbeitung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sowie der artenschutzrechtlichen Vorschriften im Rahmen der Zulassung von Bundesfernstraßen.

Erstellung eines Artenschutzbeitrages zum Neubau der BAB A 49 Kassel - Gemünden im Abschnitt Stadtallendorf – Gemünden (A5) (VKE 40)

Erstellung eines artenschutzrechtlichen Fachbeitrages als gesonderte Unterlage zum Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP). Artenschutzrechtlich erforderliche Maßnahmen werden in das Maßnahmenkonzept des LBP integriert.

Publikationen

Müller-Pfannenstiel, K. (2009):

Anforderungen an vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen.
In: Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (Hrsg.): Der spezielle Artenschutz in der Planungspraxis, 54-60, Laufener Spezialbeiträge 1/09.

Wulfert, K. (2009):

Anforderungen an das artenschutzrechtliche Ausnahmeverfahren.
In: Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (Hrsg.): Der spezielle Artenschutz in der Planungspraxis, 45-53, Laufener Spezialbeiträge 1/09.

Wulfert, K., Balla, S., Müller-Pfannenstiel, K. (2009):

Die Prüfung der artenschutzrechtlichen Verträglichkeit im Rahmen von Umweltprüfungen.
In: Handbuch der UVP. Berlin.

Wulfert, K., Müller-Pfannenstiel, K., Lüttmann, J. (2008):

Ebenen der artenschutzrechtlichen Prüfung in der Bauleitplanung. Naturschutz und Landschaftsplanung, H. 6/2008, S. 180-186.

Müller-Pfannenstiel, K., Wulfert, K. (2007):

Eingriffsregelung an der Schnittstelle Landschaftsplanung und Artenschutz.
In: 30 Jahre naturschutzrechtliche Eingriffsregelung - Bilanz und Ausblick, Heft Nr. 80 2007, Deutscher Rat für Landespflege.     

Wachter, T., Lüttmann, J., Müller-Pfannenstiel, K. (2004):

Berücksichtigung streng geschützter Arten bei Eingriffen in Natur und Landschaft. Naturschutz und Landschaftsplanung 36 (12), 371-377.

Vorträge

Dr. Stefan Balla     

Aktuelle Naturschutzfragen in Genehmigungsverfahren – Eingriffsregelung, FFH-Verträglichkeitsprüfung und Artenschutz
Fortbildungsveranstaltung „Aktuelle Fragestellungen im Immissionsschutzrecht“ des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, 19./20.05.2010, Duisburg

Klaus Müller-Pfannenstiel     

Aufgaben der Eingriffsregelung im Kontext der Anforderungen des Artenschutzrechts und des Umweltschadensgesetzes, 13.03.2009, Dortmund.
Zum Download des Vortrags

Dr. Stefan Balla

"Umgang mit Stickstoffeinträgen in der Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung für Straßenbauvorhaben"    
Umweltbelastungen durch Stoffeinträge, 29.06.2011, Hochschule Ostwestfalen-Lippe/Höxter

Dr. Stefan Balla

Beeinträchtigungen von FFH-Gebieten durch Stickstoffdepositionen („Critical Loads“) – Forschungsergebnisse und aktuelle Praxis      
UVP-Tagung der Vereinigung der Straßen- und Verkehrsingenieure (VSVI) Niedersachsen, 10.02.2011, Hildesheim