Neubau der Gasfernleitung ZEELINK I+II von Lichtenbusch nach Legden
Auftraggeber:in : Open Grid Europe GmbH
Auftragnehmer:in : Bosch & Partner GmbH
Aufgabenstellung : Erstellung der umweltfachlichen Unterlagen zum Raumordnungsvefahren und zum Planfeststellungsverfahren
Bearbeitungszeitraum:
• ROV: März 2015 – Februar 2017
• PFV: März 2017 – März 2019
• Ökologische und Bodenkundliche Baubegleitung: März 2019 – März 2021
Die Open Grid Europe GmbH (OGE, Essen) plant, ihr überregionales Erdgastransportsystem durch eine kapazitätsstarke Erdgastransportleitung von Aachen bis ins Münsterland (Kreis Borken) zu erweitern. Die Ausbauvorhaben Gasfernleitung "ZEE-LINK I + II" leisten dazu einen wesentlichen Beitrag Durch die neue Pipeline wird der Anschluss an das belgische Erdgasnetz und an das LNG-Terminal in Zeebrügge ausgebaut. ZEELINK I + II ist somit das größte Einzelprojekt im Netzentwicklungsplan Gas 2014 (sog. NEP Gas) der Bundesrepublik Deutschland.
Aufgrund der Größe des Vorhabens teilt sich das Projekt in die beiden Teilabschnitte ZEELINK I und ZEELINK II auf, für die jeweils ein eigenständiges Raumordnungsverfahren (ROV) und mehrere eigenständige Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden.
Die Bosch & Partner GmbH wurde von der Open Grid Europe GmbH, Essen, mit der umweltfachlichen Unterstützung, Beratung und Planung für das Erdgasfernleitungsprojekt „ZEELINK I + II beauftragt. Hierzu gehören die Erstellung der zentralen umweltfachlichen Gutachten für das Raumordnungsverfahren (ROV) und das Planfeststellungsverfahren (PFV) sowie eine umfassende umweltfachliche Beratung und Begleitung der OGE. Aufgrund der Größe und der überregionalen Bedeutung des Vorhabens und der hohen Anzahl von öffentlichen und privaten Betroffenen durch die von der Leitung verursachten Flächeninanspruchnahmen, einschließlich der damit verbundenen Auswirkungen, war das Planfeststellungsverfahren mit größter Sensibilität durchzuführen. Die Unterlagen benötigten eine hohe fachliche Qualität und müssen einer rechtlichen Überprüfung standhalten.
Neben der Umweltverträglichkeitsstudie wurden von der Bosch & Partner GmbH für beide Verfahrensebenen (ROV/PFV) alle naturschutzfachlichen Teilgutachten in Bezug auf FFH-Verträglichkeit, Artenschutz und natur-schutzrechtliche Eingriffsregelung erstellt worden. Eine besondere Herausforderung bestand in der Aufgabe, auf raumordnerischer Ebene unter Berücksichtigung der im Verlauf der Gasfernleitung anzubindenden Zwangspunkte (Stationen zur weiteren Verteilung im Netz, Anforderungen der Systemplanung) eine Auswahl von Varianten bzw. Korridoren zu identifizieren, innerhalb derer eine Leitungstrasse möglichst konfliktarm geführt werden kann. Hierzu wurden eine Vielzahl von teilweise konkurrierenden umwelt- und raumrelevanten Kriterien und Parameter erfasst und einer Raumwiderstandsklasse (Wertstufe) zugeführt. Die ermittelten bzw. identifizierten Variantenkorridore waren zu bewerten und anschließend einem Variantenvergleich zu unterziehen. Aus dem Variantenvergleich resultierte im Ergebnis ein Vorzugskorridor, innerhalb dessen eine konkrete Trassenführung im nachgelagerten Plan-feststellungsverfahren umweltfachlich untersucht und rechtssicher entwickelt wurde.



